Finanzierungsbeispiele
Beispiel 1: Hochschulausgründung
Ausgangssituation:
Ausgründung aus einer bayerischen Hochschule im Bereich „Optische Technologien“. Der Proof-of-concept konnte bereits an der Hochschule erbracht werden, erste Unternehmen haben Interesse bekundet. Die für das Unternehmensvorhaben notwendigen Patente werden im Rahmen der Gründung in das Unternehmen eingebracht. Die Vorgründungsphase des Unternehmens wurde durch das Programm EXIST-Seed finanziert.
Der Kapitalbedarf bzw. die Finanzierung stellt sich bei Gründung wie folgt dar:
| Kapitalbedarf | ![]() | Finanzierung | ||
| Investitionen | 175 T€ | HTGF | 400 T€ | |
| Personal | 150 T€ | Seedfonds | 200 T€ | |
| F&E Aufwand | 120 T€ | Gründer | 60 T€ | |
| Patentkosten | 100 T€ | Coach | 20 T€ | |
| Messe, Vertrieb,… | 30 T€ | BayTOU | 25 T€ | |
| so. Aufwand | 130 T€ | |||
| Summe | 705 T€ | Summe | 705 T€ |
Nach erfolgreichem Unternehmensaufbau und der Entwicklung der Technologie bis zum ersten voll funktionsfähigen Prototypen stellt sich die Finanzierung der Start-up-Phase wie folgt dar: Anschlussfinanzierung nach rd. 18 Monaten durch Business Angels, Seedfonds Bayern und High-Tech Gründerfonds; Investmentvolumen rd. 750.000 Euro.
Beispiel 2: Venture Capital Anschlussfinanzierung
Ausgangssituation:
Unternehmensgründung im Technologiefeld „Medizintechnik“. Das Gründerteam hat bereits vor der Gründung hohe Vorleistungen in der Technologieentwicklung erbracht. Es existieren bereits marktfähige Produkte sowie erste Kunden. Das eigenfinanzierte Patent wird in das Unternehmen bei Gründung eingebracht, ebenso ein Gesellschafterdarlehen über 100.000 Euro.
Der Kapitalbedarf bzw. die Finanzierung stellt sich bei Gründung wie folgt dar:
| Kapitalbedarf |
| ![]() | Finanzierung | |
| Investitionen | 60 T€ | HTGF | 400 T€ | |
| Personal | 300 T€ | Seedfonds | 200 T€ | |
| F&E Aufwand | 200 T€ | Gründer | 100 T€ | |
| Patentkosten | 20 T€ | Coach | 20 T€ | |
| Marketing | 50 T€ | Umsätze | 50 T€ | |
| so. Aufwand | 140 T€ | |||
| Summe | 770 T€ | Summe | 770 T€ |
Nach rd. 18 Monaten ist aufgrund des hohen Kapitalbedarfs für die Markterschließung und die Entwicklung neuer Produkte eine Anschlussfinanzierung notwendig. Eine Venture Capital Gesellschaft, Clusterfonds Innovation, High-Tech Gründerfonds sowie der ERP-Startfonds der KfW investieren gemeinsam 3 Mio. Euro.
Beispiel 3: Unternehmen, das sehr schnell Break-Even erreicht
Ausgangssituation:
Unternehmensgründung im Technologiefeld „Software“. Aufgrund der erfolgreichen Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb sind die Unterlagen bereits bei Antrag vollständig und aussagekräftig. Das Unternehmen benötigt eine Anschubfinanzierung für den Markteintritt. Hohe Investitionen in die Softwareentwicklung sind nicht mehr notwendig, da aufgrund eines vorangegangenen Projektes die Software bereits sehr weit entwickelt ist.
Der Kapitalbedarf bzw. die Finanzierung stellt sich bei Gründung wie folgt dar:
| Kapitalbedarf |
| ![]() | Finanzierung | |
| Investitionen | 100 T€ | HTGF | 400 T€ | |
| Personal | 500 T€ | Seedfonds | 200 T€ | |
| F&E Aufwand | 150 T€ | Gründer | 45 T€ | |
| Patentkosten | 60 T€ | Coach | 10 T€ | |
| Marketing | 45 T€ | Business-Angel | 50 T€ | |
| so. Aufwand | 100 T€ | Umsätze | 250 T€ | |
| Summe | 955 T€ | Summe | 955 T€ |
Aufgrund des schnellen Markteintritts hat das Unternehmen bereits nach rd. 15 Monaten den Break-Even erreicht. Eine Weiterfinanzierung des Unternehmens aus eigenen Umsätzen ist möglich, weshalb eine weitere Finanzierungsrunde vorerst nicht angestrebt wird. Das Gründerteam plant evtl. bei einer internationalen Expansion in ein bis zwei Jahren eine größere Finanzierungsrunde.
Beispiel 4: Ausschließlich Seedfonds-Finanzierung
Ausgangssituation:
Unternehmensausgründung aus einem bestehenden Unternehmen im Technologiefeld „Informationstechnologie“. Viele Vorleistungen sind im bestehenden Unternehmen bereits erfolgt. Aufgrund interner Umstrukturierungen wurde jedoch die Weiterentwicklung der Software vorerst beendigt. Das Projektteam will nun im Zuge einer Unternehmensgründung die Softwareentwicklung weiterführen. Augrund der hohen Vorleistungen besteht insgesamt ein geringer Kapitalbedarf und es ist ein schneller Break-Even. Aus Portfoliogründen ist eine Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds nicht möglich.
Der Kapitalbedarf bzw. die Finanzierung stellt sich bei Gründung wie folgt dar:
| Kapitalbedarf |
| ![]() | Finanzierung | |
| Investitionen | 50 T€ | Seedfonds | 250 T€ | |
| Personal | 200 T€ | Gründer | 150 T€ | |
| F&E Aufwand | 150 T€ | Coach | 50 T€ | |
| Patentkosten | 10 T€ | Umsätze | 100 T€ | |
| Marketing | 45 T€ | |||
| so. Aufwand | 95 T€ | |||
| Summe | 550 T€ | Summe | 550 T€ |
Aufgrund des schnellen Markteintritts ist das Unternehmen bereits nach rd. zwölf Monaten Break-Even. Eine Weiterfinanzierung des Unternehmens aus eigenen Umsätzen ist möglich, weshalb eine weitere Finanzierungsrunde von den Gründern vorerst nicht angestrebt wird.


